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Was ist Mankogeld?

by UInfo
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Werden in Arbeitsverträgen Mankovereinbarungen getroffen, dann haftet der Arbeitnehmer für ein Manko, also eine Differenz zwischen Soll- und Istbestand von ihm anvertrauten Waren- oder Kassenbeständen. Die Haftung ist dabei unabhängig von der Schuld des Arbeitnehmers. Als Ausgleich für die Haftung und um im Falle eines Manko dieses zu begleichen (also z.B. im Einzelhandel eine Kassendifferenz am Ende des Tages), erhält der Arbeitnehmer einen wirtschaftlichen Ausgleich, das Mankogeld.

Das Mankogeld wird meist direkt im Arbeitsvertrag geregelt. Der Arbeitnehmer erhält also zusätzlich zu seinem Lohn das Mankogeld. Der Arbeitnehmer haftet für Kassenfehlbeträge und muss diese mit dem Mankogeld ausgleichen. Die Mankohaftung ist auf das Mankogeld begrenzt.

Wie wird ein Manko festgestellt?

Im angenommenen Fall von Kassenbeständen wird am Ende einer bestimmten Periode wird der Kassenbestand durch Zählen bzw. Abgleich von Kasseneingang- und -Ausgang der Endsaldo (Kassen-Sollbestand) ermittelt. Der errechnete Endsaldo aus Kassenein- und -ausgang wird mit dem in der Kasse vorhandenen tatsächlichen Istbestand abgeglichen.

Bei einer fehlerfreien Erfassung und Verrechnung von Kassenein- und -ausgängen müssen müssen Soll- und Istbestand übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, spricht man bei einem Fehlbetrag vom Manko bzw. Kassenfehlbetrag. Ein etwaiger Mehrbetrag wird dagegen  als Kassenüberschuss bezeichnet.

Liegt ein Fehlbetrag bzw. Manko vor, muss dieses mit dem Mankogeld ausgeglichen werden.

Ziel der Mankogeld-Gewährung

Durch die Gewährung von Mankogeld erhoffen sich Arbeitgeber, dass Arbeitnehmer zu einer sorgsameren und eigentverantworltichen Arbeitsweise erzogen werden, indem diese Fehlbeträge über das Mankogeld hinaus vermeiden.

Den Arbeitnehmer schützt das Mankogeld vor Haftungsansprüchen, die er sonst mit seinem regulären Gehalt zahlen müsste.

Praxisbeispiel Mankogeld

Ein in einem Gemüsemarkt angestellter Verkäufer erhält monatlich vom Arbeitgeber ein vertraglich vereinbartes Mankogeld von 40 Euro, im Jahr als 480 Euro. Damit haftet er pro Jahr maximal in Höhe dieser 480 Euro für eventuelle negative Kassendifferenzen.

Bei der Abendabrechnung stellt er fest, dass laut Kassenabrechnung 1650,50 Euro in der Kasse sein müssten. Tatsächlich befinden sich dort aber nur 1.630,20 Euro. Das Manko beläuft sich demnach auf 20,30 Euro. Dieses muss er nun, sofern die Jahreshöchstgrenze und damit die maximale Mankohaftung von 480 Euro noch nicht erreicht ist, aus seiner (privaten) Tasche zahlen.

Beitragsbild: Pixabay

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