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Was ist Bootstrapping?

by UInfo
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Der Begriff Bootstrapping stammt ursprünglich aus den USA und bedeutet soviel wie „Schnürsenkel“ bzw. „Stiefelriemen“. Übertragen auf die Gründungsfinanzierung bedeutet Bootstrapping, es allein – also ohne Kapital von außen – zu schaffen. Konkret bedeutet dass, das der (oder die) Gründer meist ausschließlich mit eigenem Geld starten, evtl. noch ergänzt durch geliehenes Geld von Freunden oder Familienangehörigen. Ziel ist der schnelle Aufbau eines soliden Cash-Flow, der zügig im Break-Even resultiert, um das weitere Wachstum ebenfalls komplett von innen heraus, also mit verdientem und reinvestiertem Geld, zu realisieren. Auf die Aufnahme von Fremdkapital wird komplett verzichtet.

Das ganze Unternehmenskonzept ist beim Bootstrapping dieser Philosophie untergeordnet. Das bedeutet, dass mit minimalen Mitteln ein maximaler Erfolg erzielt werden soll. Häufig findet hier das Konzept des Lean-Startup Anwendung. Erzielte Gewinne werden direkt wieder in weiteres Wachstum investiert.

Welche Vorteile hat Bootstrapping?

Gründer, die ihr Unternehmen komplett ohne die Aufnahme von Fremdkapital aufbauen, behalten vollständig die Kontrolle. Es gibt keine Investoren, die durch Anteilsverkäufe ein Mitspracherecht haben, auf der anderen Seite auch keine Bank, die durch vergebene Kredite auf die Unternehmensführung einwirkt.

Wird das Unternehmen komplett mit Eigenmitteln aufgebaut, dann spielt Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit meist von Anfang an eine übergeordnete Rolle. Prozesse sind meist effizienter, die Personalstruktur schlanker. Das führt dazu, dass Unternehmen, die erfolgreich mit Bootstrapping aufgebaut wurden, häufig besser durch schwierigere Zeiten manövrieren, als diejenigen, bei denen von Anfang an reichlich Kapital vorhanden war.

Nachteile des Bootstrapping

Die Nachteile liegen ebenfalls auf der Hand. Wird per Bootstrapping gegründet, besteht permanent die Gefahr, dass den Gründern das Geld ausgeht, bevor ausreichend Cash-Flow für einen gesicherten Unternehmsfortbestand erzielt werden kann. Eine gute Geschäftsidee kann dann vielleicht nur deshalb nicht umgesetzt werden, weil den Gründern zu zeitig die Luft ausgeht.

Außerdem besteht die Gefahr, dass eine zu geringe Kapitalausstattung nicht das Wachstum zulässt, dass benötigt wird, um z.B. schneller als der Wettbewerb die Geschäftsidee am Markt umzusetzen. Verfügt ein Wettbewerber über wesentlich mehr Kapital, kann er schneller Marktanteile gewinnen, obwohl er möglicherweise erst später in den Markt eingetreten ist. Gerade in der Anfangsphase können sich fehlende Ressourcen schnell als der Wachstumshemmer herauskristallisieren, der den eigentlich möglichen Hockey Stick verhindert.

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