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Was bedeutet Führungslosigkeit der Gesellschaft?

by UInfo
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§ 6, Absatz 1 des GmbH-Gesetzes regelt, dass:

die Gesellschaft einen oder mehrere Geschäftsführer haben muss.

Hat also eine Gesellschaft keinen Geschäftsführer mehr, z.B. weil der bisherige Geschäftsführer rechtlich oder tatsächlich an der Ausübung seiner Tätigkeit verhindert ist (z.B. schwere Krankheit), aufgrund der Amtsniederlegung des bisherigen Geschäftsführers (z.B. aufgrund von finanziellen Problemen der Gesellschaft) oder durch Abberufung oder Tod, dann ist die Gesellschaft führungslos und damit auch handlungsunfähig. In diesem Falle spricht man von einer Führungslosigkeit der Gesellschaft.

Wenn die Gesellschaft über mehrere Gesellschafter verfügt, dann können Willenserklärungen gegenüber der Gesellschaft bei den Gesellschaftern wirksam abgegeben werden; man spricht hier von der sogenannten Passivvertretung. Allerdings ist die Gesellschaft selbst – aufgrund des fehlenden Geschäftsführers – nicht in der Lage, selbst aktive Willenserklärungen gegenüber Dritten abzugeben und damit weiterhin nicht voll handlungsfähig. Zur Widerherstellung der Handlungsfähigkeit muss von den Gesellschaftern deshalb unverzüglich ein neuer Gesellschafter bestimmt werden, z.B. durch Gesellschaftsbeschluss.

Schwieriger gestaltet sich die Lage, wenn der bisherige Geschäftsführer alleiniger Gesellschafter der Gesellschaft bzw. zumindest Mehrheitsgesellschafter ist. Dann kann ohne seine Zustimmung kein neuer Geschäftsführer bestimmt werden, die Gesellschaft bleibt also handlungsunfähig. In diesem Falle kann z.B. beim zuständigen Amtsgericht der Antrag auf Bestellung eines Notgeschäftsführers gestellt werden.

 

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