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The Organicer Gründerin

The Organicer: Die Professional Organizer mit Herz und Sinn für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung

by UInfo
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Wer sich schon lange mit dem Gedanken trägt, endlich mal richtig „auszumisten“, von unnützen Dingen zu trennen und sich damit auch ein wenig in Richtung Minimalismus zu bewegen, für den könnten die Dienste von The Organicer genau das Richtige sein. Denn hier gibt es Hilfe beim Aufräumen vom Organisationsprofi. Wie das auch noch dem guten Zweck dienen kann und was das mit Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung zu tun hat, hat uns Inhaberin Sabine Nietmann in unserer Gründerstory erzählt.

Stichwort…

…Geschäftsidee in max. fünf Sätzen: Welche Idee steht hinter The Organicer?

Wir von The Organicer sind Professional Organizer mit Herz, das heißt, wir helfen unseren Kunden beim Aufräumen und vermitteln – bei Zustimmung der Kunden – alle brauchbaren Sachspenden an Hilfsbedürftige im Rhein-Main-Gebiet und in aller Welt.

Mit einem klaren Ziel und einer Strategie arbeiten wir uns in jedem Projekt gemeinsam mit den Kunden, wenn gewünscht aber auch allein, Schritt für Schritt vor: Wir räumen aus, sortieren, schauen, was darf bleiben, was kann gehen. Die Idee ist, dass unsere Kunden ihre Besitztümer am Ende des Projektes minimiert, strukturiert und sichtbar organisiert haben, somit wissen und wertschätzen, was sie besitzen.

Ein gewünschter langfristiger Effekt wäre auch, zukünftig weniger und bewusster zu konsumieren – ganz im Sinne von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

The Organicer hilft beim Aufräumen

The Organicer hilft beim Aufräumen (Bild: the-organicer.com)

…Team: Welche Köpfe stecken hinter The Organicer?

Gründerin und Inhaberin bin ich, Sabine Nietmann. Ursprünglich hatte ich geplant, das Business mit einer Freundin zu gründen, die ebenso leidenschaftlich gerne aufräumt wie ich. Für sie hat sich aber kürzlich eine andere, sehr attraktive Karriereoption ergeben und die konnte sie natürlich nicht ausschlagen.

Aktuell bin ich also alleine unterwegs, muss mir aber sicher bald Unterstützung suchen, denn ich habe sehr viele Projektanfragen. Aus Gewohnheit spreche ich aber trotzdem immer von „Wir“ – ich hoffe, dass meine Freundin in Zukunft vielleicht doch wieder zu The Organicer stößt…

Übrigens betreibe ich The Organicer momentan nebenberuflich, im Hauptberuf bin ich Flugbegleiterin in Teilzeit und habe so einen direkten Draht zu Hilfsorganisationen in der ganzen Welt.

 

The Organicer Gründerin

Hat alles im Griff: The Organicer-Gründerin Sabine Nietmann (Bild: the-organicer.com)

…USP: Wie hebt sich The Organicer von der Konkurrenz ab? Und was sind die Hauptkonkurrenten?

Wir heben uns ganz klar durch unseren USP „Charity & Nachhaltigkeit“ von Konkurrenten ab. Andere Professional Organizer spenden durchaus auch, aber nicht in den Mengen und mit dem Wohltätigkeits- und Umwelt-Fokus, den wir ganz klar haben und kommunizieren.

Der Markt der Professional Organizer ist in Deutschland noch sehr überschaubar – in den Metropolen gibt es ca. 2-5 pro Region, im Rhein-Main-Gebiet sind es für mich 1-2 Konkurrenten, die aber meiner Meinung nach auch eine ganz andere Zielgruppe ansprechen.

In den USA hat sich in den letzten Jahren bereits eine boomende Branche entwickelt (siehe Netflix Shows mit Marie Kondo, eine weitere Show mit The Home Edit ist in Planung); allerdings kann man dies kaum auf Deutschland übertragen, da hier die Bereitschaft, für eine „Aufräum-Dienstleistung“ Geld zu zahlen, noch nicht wirklich verbreitet ist.

…Zielgruppe: Wer sind die Kunden von The Organicer und wie (Marketingkanäle) sollen diese erreicht werden?

Unsere „typischen Kunden“ sind Eltern, häufig beide berufstätig, mit 1-3 Kindern, die in der Stadt oder im Umland leben. Der Wohnraum ist meist gar nicht so knapp, eher die Zeit – es wird über die Jahre immer mehr angehäuft (Stichwort Keller, Kinderzimmer…) und nur wenig davon verlässt das Haus auch wieder. Flohmärkte sind anstrengend, Ebay Kleinanzeigen zum Teil auch – so türmen sich tausende Dinge in Häusern und Wohnungen und irgendwann verliert man als vielbeschäftigte Eltern/Familie einfach den Überblick und die Motivation, überhaupt anzufangen. Da kommen wir dann ins Spiel und helfen mit einer neutralen Position und sanftem Druck, die Hoffnung nicht aufzugeben, sondern Schritt für Schritt aus und aufzuräumen.

Wir haben aber natürlich z.B. auch Single Frauen unter unseren Kunden, die ihren Kleiderschrank mit uns ausmisten möchten; Rentner, die sich endlich an den vollen Keller oder die Garage wagen wollen oder Mütter, die die Kinderzimmer der flügge gewordenen Kinder entrümpeln möchten. Wir helfen überall.

Wir erreichen unsere Kunden durch eine bunte Mischung an Kanälen: Auf Instagram geben wir regelmäßig Tipps, wie man das Chaos besser in den Griff bekommt (gelobt wurde bereits unser Adventskalender 2018) und zeigen z.B. inspirierende Vorher-Nachher-Fotos unserer Projekte oder Bilder unser Sachspenden. Auf Facebook sind wir auch aktiv und posten etwas in lokalen Nachbarschafts- und Kleinanzeigen-Gruppen, dort haben wir bereits einige Kunden gewonnen. Anfangs hatten wir auf beiden Kanälen auch Werbung geschaltet, aber das lohnte sich kaum für uns.

Ganz klassisch hängen wir manchmal noch Flyer in Frankfurter Supermärkten auf – aber der Hauptteil unserer Kunden kommt tatsächlich durch Mundpropaganda zu uns, deshalb machen wir aktuell kaum noch Werbung, sind aber natürlich auf Facebook und Instagram weiterhin sehr aktiv.

…Geschäftsmodell: Was sind die Haupt-Einnahmequellen?

Wir bieten verschiedene Aufräum-Coaching-Pakete an (S, M und L), in denen z.B. zwischen 4 und 6 Stunden Aufräumen enthalten sind und je nach Paket sind noch weitere Leistungen inklusive (Organisation von Aufräumtools, wie z.B. Boxen oder den Abtransport & die Vermittlung der Sachspenden). Wir bieten aber auch individuelle Pakete nach Absprache an.

Wir werden also hauptsächlich für die Aufräum-Dienstleistung bezahlt plus verdienen wir noch ein wenig bei der Organisation bzw. Bereitstellung der Boxen und Aufräumtools.

…Break-Even: Wann soll die Gewinnschwelle erreicht werden?

Diese wurde bereits im zweiten Monat erreicht, da sich die Investitionen bei meiner Idee (Logo, Shirts besticken, Visitenkarten, Betriebshaftpflicht) in Grenzen hielten.

…Finanzierung: Wie ist The Organicer bislang finanziert?

Bis jetzt sind wir komplett privat finanziert, aber wie in 6) beschrieben, machen wir ja aktuell schon Gewinne. Zukünftig könnte ich mir aber durchaus vorstellen – bei einer Expansion – Investoren ins Boot zu holen.

…Investoren: Gut oder schlecht fürs Geschäft?

Kann ich leider nicht beurteilen – aktuell habe ich aber gerne die komplette Kontrolle über mein Business.

…Erfolg: Was waren bislang die größten Erfolge, die ihr mit The Organicer erreicht habt?

Noch bevor wir wirklich mit unseren Projekten durchgestartet sind, durfte ich mein Startup im Rahmen der Reihe „Women Who Inspire Rhein-Main“ am 8.3.2019 (Weltfrauentag!) vor 350 Frauen im WeWork Space Frankfurt pitchen. Das war ein tolles Gefühl – ich habe viel positives Feedback bekommen und habe dadurch einige fantastische Menschen kennengelernt.

Näher an unserer täglichen Arbeit: Wir bekommen nach fertiggestellten Projekten häufig Nachrichten von unseren Kunden, in denen sie sich für unsere Arbeit und die tollen Ergebnisse bedanken und beschreiben, wie sich ihr Leben durch unsere Hilfe positiv verändert hat – da bekomme ich jedes Mal Gänsehaut und freue mich, etwas „Sinnvolles“ zu tun und einen Beitrag zu leisten. Und sei es nur, endlich wieder den Keller betreten zu können.

…Zukunft: Was sind die nächsten wichtigen Meilensteine?

Ich möchte bzw. muss langfristig sicherlich Mitarbeiter einstellen, denn ich kann die aktuell recht vielen Anfragen wahrscheinlich nicht alle alleine bewältigen.

Außerdem könnte ich mir gut vorstellen, aus dem kleinen „Nebenbusiness“ mit den Organisationstools etwas größeres zu gestalten – Boxen und alles was mit Organisation zu tun hat, ist in Deutschland selbst im Internet verhältnismäßig teuer. Vielleicht finde ich da eine gute Lösung und mache einen kleinen Onlineshop auf.

Außerdem plane ich, Schulungen zu geben und evtl. mehr in der Theorie als Coach/Trainer unterwegs zu sein, um mein Wissen und meine Erfahrungen auf diese Weise einem größeren Publikum zur Verfügung zu stellen. Ein Buch oder eine Netflix Serie wären natürlich auch toll – meiner Fantasie sind wirklich keine Grenzen gesetzt, aber ich möchte erstmal abwarten. Ich bin eine Freundin des „Slow Grow“ Prinzips – also nichts überstürzen.

…Learnings: Diese Fehler sollte man als Unternehmer von Anfang an vermeiden
  • Nicht zu viel nachdenken, was alles schiefgehen könnte – einfach anfangen.
  • Absichern ja – aber nicht übertreiben, ein bisschen Risiko und Nervenkitzel gehört dazu.
  • Viel netzwerken und wenn möglich Mentoren suchen.
  • Nicht zu schnell wachsen – im Sinne von „Slow Grow“ einen Fuß vor den anderen setzen.
  • An den richtigen Stellen investieren – manche Dinge können andere einfach besser (Website, Steuerberater, etc.). Man hat selbst dann mehr Zeit (und Nerven) für die wichtigen Dinge.
…Tipps: Ich bin gerne Unternehmer, weil…

…ich auf alle noch so kleinen Erfolge stolz sein kann, weil ich sie alleine erreicht habe.

Steckbrief The Organicer

 

NameThe Organicer
GründungsdatumFebruar 2019
GründerteamSabine Nietmann
SitzFriedberger Landstraße 122, 60316 Frankfurt
RechtsformEinzelunternehmen
Kontaktmailsabine@the-organicer.de
Websitewww.the-organicer.de
Social MediaInstagram

Facebook

GeschäftsschwerpunktCoaching
Zielgruppejunge Familien, Frauen bzw. Alleinerziehende, Großstädter
Nutzen für:alle, die Unterstützung beim Aufräumen brauchen oder diese Aufgabe einfach gerne an externe Dienstleister abgeben – plus Hilfsbedürftige, die von den aussortieren Sachspenden profitieren und schlussendlich die Umwelt, die durch bewussteres, minimiertes Konsumieren etwas „entlastet“ wird.

 

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