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Krankenversicherung Minijob

Krankenversicherung bei Minijob: Das müssen Sie als Arbeitgeber beachten

by UInfo
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Für geringfügig entlohnte Beschäftigte in sogenannten Minijobs gelten besondere Regelungen bei der Versicherungspflicht. Auf was Sie als Arbeitgeber bei der Krankenversicherung von Minijobs besonders achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wer als gewerblicher Arbeitgeber (AG) einen geringfügig entlohnten Mitarbeiter, beschäftigt, muss für diesen Pauschalbeträge für die Rentenversicherung (max. 15 Prozent)  und Krankenversicherung (max. 13 Prozent) sowie zwei Prozent für Steuern abführen. Damit können sich die Pauschalbeträge, die Sie als AG nicht vom Lohn des Minijobbers abziehen dürfen,  als zusätzliche Kosten auf bis zu 30 Prozent vom maximal möglichen Monatslohn von 450 Euro belaufen.

Das der Arbeitgeber Pauschalbeträge für die Krankenversicherung abführt bedeutet außerdem auch nicht, dass der Minijobber über den Arbeitgeber krankenversichert ist. Denn da es sich bei einem Minijob um ein versicherungsfreies Arbeitsverhältnis handelt, besteht aufgrund der durch den AG zu leistenden Pauschale keine Versicherung für Minijobber. Der  geringfügig entlohnte Beschäftigte ist vielmehr selbst für ihre Krankenversicherung verantwortlich. Und aufgrund der seit 2009 geltenden Gesetzgebung zur Krankenversicherungspflicht auch zum Abschluss einer solchen verpflichtet (konkret geregelt in §193 Versicherungsvertragsgesetz).

Krankenversichert im Minijob: Die Alternativen

Dem Minijobber bieten sich dabei die folgenden Möglichkeiten zur Krankenversicherung:

  • Pflichtversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)
  • Beitragsfreie Familienversicherung
  • Freiwillige Krankenversicherung (GKV oder PKV).

Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung ist der Arbeitnehmer beispielsweise dann, wenn er neben dem Minijob  ein weiteres versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis als Hauptberuf ausübt, über das Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden. Ein anderes Beispiel ist die Pflichtversicherung über die Agentur für Arbeit bei Empfängern von Arbeitslosengeld, wenn diese im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten eine Nebentätigkeit ausüben.

Die beitragsfreie Familienversicherung greift dann, wenn der Minijobber als:

  • Ehepartner oder Partner in einer anerkannten Lebensgemeinschaft,
  • Kind bis 18 Jahre oder
  • Student bis 25 Jahre

kostenlos über die gesetzliche Krankenkasse des Partners bzw. Elternteils mitversichert ist.

Als dritte Möglichkeit kann sich der Arbeitnehmer auch freiwillig ein einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichern. Allerdings muss er in diesem Falle sowohl den Arbeitgeber- wie auch Arbeitnehmeranteil selbst zahlen. Der Beitragssatz berechnet sich auf Basis einer Mindestbemessungsgrundlage für freiwillig Krankenversicherte, der bei der GKV aktuell (2019) bei 1.038 Euro monatlich liegt.

Anmeldung zur eines Minijobbers: Das müssen Sie als Arbeitgeber beachten

Betriebsnummer beantragen

Dieser Schritt wird nur notwendig, wenn es sich beim Minijobber um Ihren ersten Arbeitnehmer handelt, da Sie andernfalls natürlich bereits über eine Betriebsnummer verfügen.

Zur Anmeldung von Arbeitnehmern zur Sozialversicherung und zur Beitragszahlung benötigen Sie als AG eine Betriebsnummer. Diese beantragen Sie einmalig beim Betriebsnummernservice der Bundesagentur für Arbeit. Seit 2017 besteht die gesetzliche Verpflichtung, diese elektronisch zu beantragen. Hier gelangen Sie zum elektronischen Antrag auf Erteilung einer Betriebsnummer.

Versicherungsfreiheit überprüfen

Stellen Sie als Arbeitgeber einen geringfügig entlohnten Mitarbeiter ein, müssen Sie bei der Einstellung die Versicherungsfreiheit der Person überprüfen. Dazu gibt es beispielsweise bei der Minijob-Zentrale einen eigens dafür erstellten Personalfragebogen zur sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung, den Sie nutzen können. Ziel dieses Schrittes ist z.B. festzustellen, ob der Arbeitnehmer noch weiteren Beschäftigungen nachgeht und dadurch evtl. nicht mehr unter die Regelungen eines Minijobbers fällt.

Meldung zur Sozialversicherung abgeben

Handelt es sich um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, müssen Sie als gewerblicher Arbeitgeber eine Meldung zur Sozialversicherung abgeben. Der zuständige Sozialversicherungsträger bei 450 Euro-Jobs ist die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Folgende Meldungen müssen Sie dort durchführen:

  • An- und Abmeldungen des Arbeitnehmers
  • Jahresmeldungen
  • UV-Jahresmeldungen
  • Unterbrechungsmeldungen
  • sonstige Entgeltmeldungen
  • Meldungen in Insolvenzfällen

Alle Details zu den Meldepflichten bei der Minijob-Zentrale können Sie auf deren Seiten nachlesen. Beachten Sie, dass der AG neben der Meldepflicht bei der Minijob-Zentrale auch eine Melde- und Beitragspflicht zur gesetzlichen Unfallversicherung hat.

Beiträge nachweisen und bezahlen

Schlussendlich müssen Sie monatlich die Beiträge gegenüber der Minijob-Zentrale nachweisen, die für den geringfügig entlohnten Mitarbeiter auf Basis des monatlich gezahlten Entgeltes anfallen. Wenn Sie mehrere Minijobber beschäftigen, reicht ein Sammelnachweis für alle Mitarbeiter. Um die Beitragshöhe festzustellen, können Sie den von der Minijob-Zentrale zur Verfügung gestellten Beitragsrechner nutzen.

Achtung: Der Beitragsnachweis muss VOR der Fälligkeit der Beiträge übermittelt werden! Die Übermittlung erfolgt elektronisch im Rahmen der elektronischen Datenübertragung.

Haben Sie die Beiträge für alle Ihre geringfügig entlohnten Beschäftigen ermittelt und nachgewiesen, müssen Sie diese an die Minijob-Zentrale entrichten. Das kann wahlweise per Überweisung oder über eine von Ihnen erteilte Einzugsermächtigung erfolgen.

Leistungen des Arbeitgebers im Krankheitsfall

Ist ein geringfügig entlohnter Arbeitnehmer krank, müssen Sie als Arbeitgeber die im Krankheitsfall gesetzlich geregelte Lohnfortzahlung für bis zu sechs Wochen leisten. Anders als bei versicherungspflichtigen Arbeitnehmern haben Minijobber aber keinen Anspruch auf Krankengeld. Darauf sollten sie als verantwortungsvoller Arbeitgeber Ihre bei Ihnen beschäftigten Minijobber hinweisen. Sind diese über die 6 Wochen der Lohnfortzahlung hinaus krank, können sie aber Leistungen zur Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II beantragen.

Beitragsbild: Pixabay

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