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Harte und weiche Standortfaktoren: Wie Sie den richtigen Firmensitz finden

by UInfo
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Vor der eigentlichen Firmengründung haben Gründer vieles zu bedenken: So gilt es neben der Erstellung des Businessplans und der Sicherung der Finanzierung auch den richtigen Firmensitz zu finden. Die meisten Unternehmer richten sich bei der Wahl ihres Standorts nach den sogenannten harten und weichen Standortfaktoren. Was genau diese Standortfaktoren beinhalten und wie sie bei der Wahl des richtigen Firmensitzes helfen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Viele Gründer tendieren zunächst dazu, ihr Unternehmen in räumlicher Nähe zu ihrem Wohnort zu gründen. Klingt sinnvoll. Doch was ist, wenn die Kunden ausnahmslos am anderen Ende der Republik angesiedelt sind und dem jungen Unternehmen so unnötig Reisekosten entstehen? Oder wenn sich der Versand von Waren aufgrund der schlechten Verkehrsanbindung kompliziert gestaltet? Oder wenn das Unternehmen wegen des kleinen und unattraktiven Einzugsgebietes keine qualifizierten Mitarbeiter findet?

Um solche Probleme zu vermeiden, sollten Gründer bei der Wahl des richtigen Firmenstandorts die harten und weichen Standortfaktoren beachten. Die Relevanz und die Bewertung dieser Standortfaktoren unterscheiden sich je nach Größe und Branche des Unternehmens.

Harte Standortfaktoren – Faktencheck für Gründer

Bei den harten Standortfaktoren handelt es sich um quantifizierbare Faktoren, die eine Aussage über die wirtschaftliche Rentabilität der Gründung erlauben. Das heißt harte Standortfaktoren wie:

  • Infrastruktur,
  • staatliche Fördermöglichkeiten
  • oder Kaufkraft

ermöglichen eine genaue Planung der Kosten und Umsätze, die an einem Standort zu erwarten sind. Weitere harte Faktoren wie z.B.:

  • Energie- und Umweltkosten,
  • die Lage zu den Bezugs- und Absatzmärkten,
  • die Nähe zu Zulieferern und Kunden sowie
  • gesetzliche Rahmenbedingungen, wie z.B. Zölle oder lokale Steuern und Abgaben,

können ebenfalls direkt in die Bilanz mit einbezogen werden. Je nach Größe und Branche des Unternehmens können auch:

  • das Flächenangebot des Grundstücks,
  • die Grundstückspreise sowie
  • die Anbindung an Straßen-, Schienen- oder Luftverkehrswege

entscheidend sein.

Weiche Standortfaktoren werden immer wichtiger

Die sogenannten weichen Standortfaktoren hingegen lassen sich nicht so leicht in Zahlen ausdrücken, werden jedoch gerade im europäischen Wettbewerb für die Attraktivität eines Standorts immer bedeutender. So zählen zu den weichen Standortfaktoren etwa:

  • die politische Situation des Landes,
  • das Wirtschaftsklima, die ansässige Konkurrenz,
  • das Image des Standorts sowie
  • die Innovationskraft.

Die meisten weichen Standortfaktoren zielen jedoch darauf ab, wie attraktiv der Firmensitz für potenzielle Mitarbeiter ist. Hierzu gehören insbesondere:

  • das Einzugsgebiet,
  • die medizinische Versorgung sowie
  • das Angebot an Bildung, Kultur- und Freizeitmöglichkeiten.

Diese weichen Standortfaktoren unterliegen somit einer rein subjektiven Bewertung und sind nur schwer messbar. Trotzdem sind sie für Unternehmer äußerst relevant, um die Standortqualität einer Region zu beurteilen.

Fazit

Egal ob Einzelhandel, Gastronomie oder technische Produktion – die Wahl des richtigen Standorts ist für alle Existenzgründungen von entscheidender Bedeutung. Je nach Größe und Branche des Unternehmens können verschiedene harte und weiche Standortfaktoren relevant sein, um die Attraktivität und Qualität eines Standorts zu beurteilen.

Während die harten Standortfaktoren eine Aussage über die zu erwartenden Kosten und Umsätze erlauben, lassen sich die weichen Standortfaktoren nur schwer in Form von Zahlen messen. Bei den harten Standortfaktoren ist meist die Infrastruktur, wie z.B. die Verkehrsanbindung oder die Energieversorgung, eines der wichtigsten Kriterien. Die weichen Standortfaktoren hingegen geben häufig Aufschluss darüber, wie attraktiv ein Standort für qualifizierte Mitarbeiter ist.

Beitragsbild: Pixabay

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