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Der schnelle Deal von der Venture Capital Gesellschaft: Mit dem Startup Gladiator in unter 6 Wochen bis zu 350 TEUR sichern

by UInfo
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Einer der Gründe, warum innovative Geschäftsideen nicht den Weg in die Praxis finden, ist mangelndes Kapital auf Seiten der Gründer. Zwar hat sich auch in Deutschland die Zahl der Wagnisfinanzierer wie z.B. dem Business Angel oder der Venture Capital Gesellschaft deutlich erhöht, aber meist ist der Prozess, bei dem am Ende hoffentlich eine Finanzierung steht, sehr langwierig und mit zahlreichen Hindernissen gespickt. Und so ist es nicht selten, dass potenzielle Gründer trotz toller Idee die Flinte ins Korn werfen und weiter im Angestelltenverhältnis verharren. 

Das Problem erkennen aber zum Glück nicht nur die Gründer, sondern inzwischen auch die Risikokapitalgeber. Die Venture Capital Gesellschaft bmp Ventures hat zu diesem Zweck mit dem Startup Gladiator ein neues Programm aufgelegt, mit dem Startups unbürokratisch und schnell in weniger als 6 Wochen an dringend benötigtes Startkapital kommen sollen. Wie das funktioniert, an wen sich das Angebot richtet, was Startups tun müssen, um an das Geld zu kommen und was das langfristige Ziel von bmp Ventures dabei ist, hat uns Investmentmanager David Stuck im Interview verraten.

Screenshot Startup Gladiator

Verspricht den schnellen Deal: Der Startup Gladiator von bmb ventures (Quelle: www.gladiator.vc)

 

UnternehmerInfos.de: Warum hat bmp Ventures den Startup Gladiator gestartet?

David Stuck, bmp Ventures: bmp Ventures investiert je nach VC-Fonds, den wir managen, zwischen 0,5-10 Mio. EUR je Startup – unser Sweet-Spot liegt bei 2-4 Mio. EUR. Um als Startup ein so hohes Investments rechtfertigen zu können, erwarten wir in der Regel schon die erste nennenswerte Traktion, die das Unternehmen in der Technologie- oder Produktentwicklung oder durch erste Markterfolge vorweisen kann. Bei unserem Dealflow von rund 1.000 Startups p.a. sehen wir häufig sehr spannende Projekte, die noch nicht ausreichend entwickelt sind, um große Summen Venture Capital akquirieren zu können. Je nach Startup ist die Erreichung der notwendigen ersten Erfolge, aber zu risikoreich und langwierig, um Business Angel davon überzeugen zu können. Der Startup Gladiator ist da ein Programm der bmp Ventures finanziert durch die Risikokapitalfonds des Landes Sachsen-Anhalt und richtet sich an Startups in der Seed- und Early Stage, die noch am Anfang stehen und eine erste nennenswerte Finanzierung brauchen, um richtig durchstarten zu können.

UnternehmerInfos.de: Wie sind die Konditionen des Startup Gladiator?

David Stuck, bmp Ventures: Um den Beteiligungsprozess bei Einstieg möglichst schlank zu halten, haben wir die Terms des Startup Gladiator standardisiert. Wir investieren TEUR 350 in Form einer verzinsten stillen Beteiligung und erhalten 10% zu nominal am Stammkapital. Sollte das Startup es schaffen innerhalb von 12 Monaten eine Finanzierungsrunde von mindestens 300 TEUR zu erhalten, werden 100 TEUR der 350 TEUR in die Kapitalrücklage gewandelt, ohne, dass neue Anteile gezeichnet werden. Die Bewertung des Unternehmens wird dadurch gestärkt, als wären wir initial zu einer Bewertung von 1 Mio. EUR post-money eingestiegen. Darüber hinaus ist die stille Beteiligung mit einem Wandlungsrecht in eine offene Beteiligung zu den Konditionen der jeweiligen Finanzierungsrunde ausgestattet. Alle sonstigen Terms sind marktüblich. Hierzu gehört z.B. der Verwässerungsschutz, Drag Along, Tag Along und die Vesting-Klausel für die Gründer.

UnternehmerInfos.de: Mit welchen Schritten können sich Startups, um eine Finanzierung durch den Startup Gladiator bewerben?

David Stuck, bmp Ventures: Wir erhalten aktuell Bewerbungen aus ganz Deutschland, die sich für den Startup Gladiator interessieren. Die Startups bewerben sich bei uns mit einem kurzen Pitch Deck und einer Finanzplanung. In der Regel senden sie eine Email direkt an einen Investment Manager oder Partner von bmp Ventures oder an startup@gladiator.vc. Wir gehen aber auch aktiv auf Startups zu, die sich für den Gladiator eignen könnten und kommen so direkt ins Gespräch. Mitunter hat sich ein Startup auch für eine größere Finanzierung bei uns beworben und wir entscheiden gemeinsam vorerst mit dem Startup Gladiator zu starten und erst in einem zweiten Schritt eine größere Finanzierungsrunde bereitzustellen.

UnternehmerInfos.de: Wie funktioniert der Auswahlprozess und wie sind die Schritte bis das Investment fließt?

David Stuck, bmp Ventures: Sobald wir Unterlagen von den Startups erhalten haben, werden sie von uns gesichtet und im Turnus von 2 Wochen intern gemeinsam mit den Investment Managern und Partnern der bmp Ventures besprochen. Bedingung für ein Investment sind neben den klassischen Anforderungen an ein Startup der Umzug des Unternehmens und die operative Geschäftstätigkeit in Sachsen-Anhalt (z.B. nach Magdeburg oder Halle (Saale), sobald das Investment getätigt wurde. Sollte hierzu Bereitschafft bestehen und sollten wir ein Startup inhaltlich interessant finden, wird meist ein erster Call oder direkt ein Treffen vereinbart, an dem i.d.R. zwei Vertreter von bmp Ventures teilnehmen. Sollte der Case uns danach immer noch interessieren, setzen wir ein Term Sheet auf, in dem alle Konditionen des Investments beschrieben sind und das von beiden Seiten unterschrieben wird. Danach findet eine kurze Due Diligence statt und das Unternehmen präsentiert vor dem Beteiligungsausschuss des Fonds. Nach dessen Zusage, können die Verträge aufgesetzt und ein Notartermin absolviert werden. Letztendlich fließt das Kapital an das Startup.

UnternehmerInfos.de: David, vielen Dank für das Gespräch.

 

Steckbrief David Stuck

David Stuck startete Mitte 2016 als Analyst, später als Associate bei bmp Ventures und ist seit September 2018 Investment Manager. Davor war er Co-Founder von zwei VC-finanzierten B2B SaaS-Startups und konnte Erfahrungen im Consulting und Banking sammeln.

David ist Alumnus der Frankfurt School of Finance and Management und absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann (IHK).

Er hat in Kanada, USA und Frankreich gelebt und gearbeitet und liebt Mountainbiking, Skifahren und Segeln.

 

Beitragsbild: Pixbay