Home GründungGründungsplanungBusinessplan erstellen Diese Mindestangaben sollte Ihr Businessplan unbedingt enthalten

Diese Mindestangaben sollte Ihr Businessplan unbedingt enthalten

by UInfo
139 views

Das ein Businessplan wichtig und notwendig ist, ist unbestritten. Wichtig, um die eigene Idee verbal zu formulieren, sich intensiv mit Markt und Wettbewerb zu beschäftigen und den Erfolg auch anhand einer Finanzplanung zu kalkulieren. Und bereits während der Erstellung muss man sich auch mit wichtigen Themen wie dem passenden Team, dem Unternehmensstandort oder möglichen Finanzierungsquellen beschäftigen. Und auch bei Investoren oder Banken wird der Businessplan benötigt und sollte alleine schon deshalb gewissen Mindeststandards entsprechen und mit der nötigen Sorgfalt erstellt werden.

Aber was genau muss im Businessplan stehen, damit er nicht nur internen Zwecken dient, sondern auch externe genutzt werden kann, um potentielle Investoren, Banker oder Juroren bei einem Gründerwettbewerb zu überzeugen? Hier erfahren Sie, welche Mindestangaben Ihr Businessplan unbedingt enthalten sollte.

Ein Businessplan muss so geschrieben werden, dass er gleichzeitig mehrere Zwecke erfüllt. Neben der Aufgabe, Geldgeber wie z.B. Investoren oder Banker von der Tragfähigkeit der Geschäftsidee zu überzeugen, ist der Businessplan auch intern ein wichtiges Instrument. Denn im Businessplan werden Meilensteine definiert oder im Finanzteil Absatz-, Umsatz- und Ergebnisziele festgelegt. Weshalb der Businessplan ein wichtiges Kontrollinstrument ist, mit dem das Erreichen von Meilensteinen oder Planzahlen überwacht wird. Das versetzt die Gründer in die Lage, Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern.

Aufbau und Mindestbestandteile eines Businessplans

Um die mit dem Businessplan verfolgten Ziele zu erreichen, sollte er mindestens die folgenden Bestandteile enthalten:

  • Zusammenfassung bzw. Executive Summary
  • Geschäftsidee (Produkt bzw. Dienstleistung)
  • Gründer bzw. Gründerteam
  • Markt- und Wettbewerbsumfeld
  • Marketing- und Vertriebsplanung
  • Unternehmensform und Organisation
  • Risikobewertung (SWOT-Analyse)
  • Finanzplanung und Unternehmensfinanzierung

Zusammenfassung bzw. Executive Summary

Die Zusammenfassung bzw. Executive Summary ist ein wichtiger Bestandteil des Businessplans. Sie liefert einen kurzen Abriss zu allen wichtigen Einzelthemen, die in den einzelnen Kapiteln detailliert erläutert werden. Der Leser erhält so vorab alle wichtigen Informationen auf einen Blick. Das ist besonders für Investoren wichtig, die täglich zahlreiche Businesspläne erhalten und sich damit einen ersten Überblick verschaffen. Deshalb sollte die Zusammenfassung im Businessplan so geschrieben werden, dass sie motiviert, weiterzulesen und Interesse an der Geschäftsidee und dem Gründerteam zu wecken.

Besonders die Themen:

  • Geschäftsidee,
  • Gründer bzw. Gründerteam,
  • Marktpotential der Geschäftsidee und Wettbewerb sowie
  • der notwendige Kapitalbedarf, um die Idee umzusetzen

sollten in der Zusammenfassung bereits so beschrieben werden, dass der Leser einen ersten Überblick erhält und ein Spannungsbogen zu den späteren Kapiteln entwickelt wird.

Die Executive Summary sollte maximal zwei Seiten lang sein. Optimalerweise wird sie erst dann geschrieben, wenn der restliche Businessplan fertiggestellt ist. Dadurch wird sichergestellt, dass die wichtigsten Aspekte der einzelnen Gliederungsbereich tatsächlich berücksichtigt werden.

Geschäftsidee (Produkt bzw. Dienstleistung)

Das Kapitel Geschäftsidee beschreibt das Produkt bzw. die Dienstleistung, die angeboten werden soll. Bereits an dieser Stelle ist es wichtig, sich mit der Marktsituation intensiv auseinanderzusetzen. Welche Bedürfnisse das Produkt befriedigt, welchen Kundennutzen es erfüllt und wie groß die Zielgruppe für das Produkt bzw. die Dienstleistung ist, muss genau beantwortet werden, wie die Frage, warum Kunden sich für das eigene Produkt bzw. die Dienstleistung und nicht das der Konkurrenz entscheiden sollten. Beim Kundennutzen sind die Dimensionen:

  • Kosten,
  • Zeit und
  • Qualität

herauszuarbeiten.

Gründer müssen sich die Frage nach der Unique Selling Proposition (USP) stellen, also welches Alleinstellungsmerkmal das eigene Produkt bzw. die Dienstleistung hat, die es vom Wettbewerb abhebt und damit Käufer anlockt.

Gründer bzw. Gründerteam

Fragt man Investoren, dann ist für die meisten ein gutes Gründerteam noch wichtiger als die eigentliche Geschäftsidee. Deshalb sollte das Gründerteam entsprechend positiv im Businessplan präsentiert werden. Für den Leser muss klar erkennbar sein, warum dieses Team erfolgreich sein wird. Zu jedem einzelnen Teammitglieds müssen Angaben gemacht werden über:

  • die Motivation für die Gründung,
  • den bisherigen beruflichen Werdegang,
  • die fachlichen Qualifikationen und
  • welche Position das Teammitglied im Unternehmen übernehmen wird.

Ergänzt werden sollte dieses Kapitel durch die Lebensläufe der Teammitglieder im Anhang zum Businessplan.

Markt- und Wettbewerbsumfeld

Das Thema Markt und Wettbewerb wird im Businessplan bereits kurz bei der Erklärung der Geschäftsidee angerissen, um den Kundennutzen im Vergleich zum Wettbewerb sowie das mögliche Marktpotential zu beschreiben. Diese Betrachtung wird hier jetzt um eine umfassende Markt- und Wettbewerbsanalyse erweitert.

Marktanalyse

Die Marktanalyse muss die Frage nach

  • der Marktgröße,
  • dem Marktwachstum und dem
  • Marktpotential

beantworten. Die Marktgröße gibt an, welches Volumen zu welchem Preis am Markt platziert werden kann und wie viel davon bereits durch Konkurrenzprodukte besetzt ist. Das Marktwachstum zeigt, wie stark sich der Markt in den letzten Jahren entwickelt hat und lässt Rückschlüsse auf das Marktpotential zu, d.h. ab wann eine Marktsättigung eintritt und ob noch genügend Raum für ein ausreichendes Unternehmenswachstum vorhanden ist.

Wettbewerbsanalyse

Die Wettbewerbsanalyse untersucht bereits am Markt vorhandene Konkurrenten und deren Stärken und Schwächen. Welche Preisstrategie verfolgt die Konkurrenz? Welche Marketing-und Vertriebsstrategie setzen Wettbewerber ein? Resultierend aus den Ergebnissen erhält man auch Informationen über Markteintrittsbarrieren, die sich aus der Wettbewerbssituation, aber auch aus anderen marktspezifischen Gegebenheiten ergeben können.

Marketing- und Vertriebsplanung

In diesen Gliederungspunkt gehören die geplanten Marketing- und Vertriebsstrategien, um die Produkte bzw. Dienstleistungen zu verkaufen. Welche Preisstrategie wird angestrebt und wie setzt sich der Preis zusammen (Deckungsbeitrag? Gewinnerzielung)? Welche Maßnahmen sind geplant, um schnell signifikante Marktanteile zu gewinnen? Besonders in der Startphase ist Werbung wichtig, da das eigene Produkt bzw. die Dienstleistung noch nicht am Markt bekannt ist. Deshalb sollte auch erklärt werden, welche Werbeformen eine wichtige Rolle spielen und wie sich der Marketingmix zusammensetzt?

Ähnliche Überlegungen wie beim optimalen Marketingmix müssen auch bei der Vertriebsplanung gemacht werden. Konkret ist bei der Vertriebsstrategie die Frage zu beantworten, auf welchen Wegen das Produkt bzw. die Dienstleistung zum Kunden gelangen soll.

Unternehmensform und Organisation

In diesem Punkt ist die Frage nach der zukünftigen Rechtsform des Unternehmens zu beantworten. Dabei ist auch auf die zukünftige Verteilung der Gesellschafteranteile, die Funktion der zukünftigen Gesellschafter, die Geschäftsführung oder auf Haftungsfragen, die aus der Gesellschaftsform resultieren, einzugehen.

Ebenfalls wichtig ist die geplante zukünftige Unternehmensorganisation. Das umfasst die Aufgabenverteilung ebenso wie eine klare Verteilung von Verantwortlichkeiten. Am übersichtlichsten kann die zukünftige Unternehmensorganisation in einem Organigramm dargestellt werden.

Und abschließend ist zu erläutern, wo das Unternehmen angesiedelt werden soll (Unternehmensstandort) und welche Vor- und Nachteile sich daraus ergeben.

Risikoanalyse und Risikobewertung (SWOT-Analyse)

Bei der Risikoanalyse wird eine Chancen-/Risiken-Analyse durchgeführt, häufig in Form der SWOT-Analyse (Stärken/Schwächen/Chancen/Bedrohungen). Konkret werden Risiken herausgearbeitet, die den Unternehmenserfolg gefährden können. Diese Risiken werden bewertet und mit entsprechenden Lösungen versehen.

Aber nicht nur die Negativfälle werden betrachtet, sondern auch besonders positive Geschäftsverläufe und wie auf diese reagiert wird. Deshalb enthalten viele Businesspläne z.B. in der Finanzplanung ein Worst-Case- und Best-Case-Szenario.

Finanzplanung und Unternehmensfinanzierung

Bestandteil der Finanzplanung sollte eine Umsatz- und Rentabilitätsplanung,eine Liquiditätsplanung für mindestens die ersten zwei Jahre der Geschäftstätigkeit sowie die Ermittlung des Investitionsbedarfs und des Betriebsmittelbedarfs sein. Die Umsatz- und Rentabilitätsplanung stellt den geplanten Umsätzen die zu erwartenden Kosten über den Betrachtungszeitraum gegenüber und zeigt, ob (und wann) der Break-Even erreicht bzw. Gewinn oder Verlust erzielt wird.

Aus der Umsatz- und Rentabilitätsplanung sowie der Berechnung des Investitions- und Betriebsmittelbedarfs ergibt sich der Kapitalbedarf, der in der Kapitalbedarfsplanung dargestellt wird.

Der Liquiditätsplan stellt sämtliche erwarteten Einnahmen und Ausgaben gegenüber, berücksichtigt also neben Umsätzen und Kosten auch bereitgestelltes Eigen- und Fremdkapital sowie eventuelle Privatentnahmen oder Gewinnausschüttungen.

Ergänzend sollten der Umsatz- und Rentabilitätsplanung Erläuterungen hinzugefügt werden, die z.B. die Umsatzentwicklung, die Entwicklung von Personalkosten oder der Marketingausgaben näher erläutern.

Und den Anhang nicht vergessen!

Im Anhang zum Businessplan sollten Informationen bereitgestellt werden, die in den einzelnen Gliederungspunkten gemacht Aussagen bzw. Angaben näher beschreiben. Das können zum Beispiel die Lebensläufe der Gründer, Grafiken zur Marktentwicklung oder detaillierte Tabellen zu den in der Finanzplanung gemachten Angaben sein.

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

Das könnte Sie auch interessieren