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Anlage UR und Umsatzsteuererklärung: Das müssen Unternehmer wissen

by UInfo
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Definition: Welchen Zweck hatte die Anlage UR?

Die Anlage UR war bis 2018  Bestandteil der Umsatzsteuererklärung und zusammen mit dem Hauptvordruck (USt 2 A) grundsätzlich von jedem Unternehmer an das Finanzamt zu übermitteln.

In der Anlage UR zur Umsatzsteuererklärung waren vom Unternehmer u.a. Angaben zu innergemeinschaftlichen Erwerben und Umsätzen zu machen, für die der Leistungsempfänger die Steuer (§13b UStG) schuldet sowie steuerfreie Umsätze erfasst werden. Die Anlage UR erfasste somit alle Umsätze, die nicht bereits im Hauptvordruck erfasst werden, als die „Nicht-Standard“-Umsätze bzw. der umsatzsteuerliche Rest.

Anlage UR wird Bestandteil des Hauptvordrucks USt 2 A

Mit Schreiben vom 11. Oktober 2017 teilt das Bundesministerium für Finanzen mit, dass unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder folgendes beschlossen wurde:

Die bisherige Anlage UR wurde in das Vordruckmuster USt 2 A und die bisherige Anlei-tung zur Anlage UR wurde in das Vordruckmuster USt 2 E integriert. Die bislang in der Anlage UR erforderlichen Eintragungen sind nun im Vordruckmuster USt 2 A (Abschnitte D bis I) vorzunehmen.

Ab der Umsatzsteuererklärung 2018 werden demnach die folgenden Vordruckmuster eingeführt:

  • USt 2 A – Umsatzsteuererklärung inkl. ehemals Anlage UR
  • Anlage UN – zur Umsatzsteuererklärung
  • USt 2 E – Anleitung zum Ausfüllen Umsatzsteuererklärung

Wer muss zukünftig beim Ausfüllen der bisherigen „Anlage UR“-Abschnitte beachtet werden?

Jeder steuerpflichtige Unternehmer muss bis zum 31. Mai des Folgejahres eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung bei seinem zuständigen Finanzamt abgeben. Das betrifft auch Kleinunternehmer im Sinne des § 19 Abs. 1 UStG. Ist ein Steuerberater mit der Erstellung der Umsatzsteuer-Jahreserklärung beauftragt, dann gilt die Frist nicht und es reicht aus, die Erklärung bis zum 31. Dezember des Folgejahres beim Finanzamt abzugeben.

Die Abgabe umfasste bislang den Hauptvordruck (USt 2 A) sowie grundsätzlich immer die Anlage UR. Da die Anlage UR jetzt im Hauptvordruck integriert ist, ändert sich diesbezüglich nichts.

Dagegen muss die Anlage UN nur von Unternehmern übermittelt werden, die im Ausland ansässig sind.

Was muss im Hauptvordruck beim Ausfüllen der „bisherigen Anlage UR“-Abschnitte erfasst werden?

Im Hauptvordruck müssen jetzt in den Abschnitten D bis I folgende Daten erfasst werden:

  • Abschnitt D: Hier werden alle innergemeinschaftlichen steuerfreien Lieferungen, sonstigen Leistungen und unentgeltlichen Wertabgaben erfasst.
  • Abschnitt E: Alle innergemeinschaftlichen Erwerbe (steuerfrei und steuerpflichtig)
  • Abschnitt F: Steuerschuldner bei Auslagerung (§ 13a Abs. 1 Nr. 6 UStG)
  • Abschnitt G: Erfassung von innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften
  • Abschnitt H: Leistungsempfänger als Steuerschuldner (§ 13b UStG)
  • Abschnitt I: Ergänzende Angaben zu Umsätzen

Das Muster zur Umsatzsteuererklärung sowie eine zugehörige Ausfüllanleitung vom Bundesfinanzministerium erhalten Sie hier. 

Bildquelle Beitragsbild: Bundesfinanzministerium.de

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